DBfK fordert konsequente Reformen für die Pflege

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Jan 172013
 

Während die Nachfrage nach Pflegenden in allen Versorgungsbereichen spürbar zunimmt, bleibt der Nachwuchs aus. Pflege gilt als anstrengend, unterbezahlt und wenig anerkannt. Zum Image der Pflege haben Politik und Arbeitgeber erheblich beigetragen, denn der Personalabbau in der Pflege ab der Mitte 1990er Jahre geht auf deren  Konto. Auch das niedrige Gehaltsniveau der Pflegeberufe spiegelt nicht deren Bedeutung wieder.

Vertreter des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe fordern daher Politik, Kosten- und Leistungsträger auf, gemeinsam ihrer Verantwortung für die Menschen nachzukommen, die auch in Zukunft eine gute pflegerische Versorgung brauchen. Im einzelnen handelt es sich dabei um:

  • Zügiger und konsequenter Ausbau der akademischen Ausbildung der Pflege
  • Eine den tatsächlichen Belastungen der Pflegeberufe angemessene Bezahlung
  • Neubewertung der Aufgabenprofile aller in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft angesiedelten  Berufsgruppen
  • Einsatz von Personalbemessungsinstrumenten und Berücksichtigung derer Ergebnisse
  • Umsetzung von erfolgreich geprüften Modellen zu altersgerechten Arbeitsplätzen in der Pflege
  • Eine ernst gemeinte Flexibilisierung von Arbeitszeiten
  • Vereinbarkeit von Familie und Pflege als Unternehmensziel
  • Präventionspotenziale in der gesamten Gesellschaft ausschöpfen
  • Abbau von Hierarchien zwischen den Gesundheitsfachberufen

Quelle & vollständiger Text: www.dbfk.de

2030 fehlen knapp eine Million Fachkräfte im Gesundheitssystem

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Okt 202010
 

„Der Tagesspiegel“ und „Deutsches Ärzteblatt“ zitieren eine Studie, die eine düstere Prognose zeichnet. Laut der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC) droht Deutschland bis 2030 ein Fachkräftemangel im Gesundheitssystem. 165000 Ärzte werden fehlen und fast 800000 nichtärztliche Fachkräfte wie Krankenschwestern und -pfleger, wenn das derzeitige System nicht verändert wird.

Grund dafür ist der demografische Wandel. Zum einen gehen in den kommenden Jahren immer mehr ältere Ärzte in den Ruhestand, ohne Nachfolger für ihre Arbeit zu finden. Zum anderen altert die Gesellschaft und die Nachfrage nach Ärzten, Schwestern und Pfleger steigt.

Noch dramatischer, als bei den Medizinern, sei die Situation im Pflegebereich. „Heute fehlen uns in stationären Einrichtungen bereits 8.400 Krankenschwestern, Pfleger und Hebammen. Wenn nichts geschieht, werden 2030 mehr als 350.000 dieser Stellen nicht besetzt werden können“. Insgesamt drohe in der Gesundheitsversorgung in zwanzig Jahren eine Personallücke von 950.000 ärztlichen und nicht ärztlichen Fachkräften.

„Der Fachkräftemangel ist weitaus größer, als wir befürchtet haben. Tun wir nichts, werden sich die Wartezeiten beim Hausarzt bis 2030 verdoppeln“, erklärte Harald Schmidt, Gesundheitsexperte von PWC. „In den Krankenhäusern werden die Schwestern durchschnittlich 60 Stunden in der Woche arbeiten müssen, wenn die Versorgungsqualität nicht absinken soll.“

> zur Studie (.pdf)

Quellen: www.tagesspiegel.de & www.aerzteblatt.de

Pflegenotstand im Krankenhaus

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Mai 192010
 

Pflegethermometer 2009: DIP warnt vor steigender Arbeitsbelastung der Pflegenden


„Die Pflegesituation in deutschen Krankenhäusern hat sich in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert. Immer mehr Kranke müssen von immer weniger Personal versorgt werden. Eine Entwicklung, die sich auch negativ auf die Patientensicherheit auswirkt. Das belegt die bisher größte Befragung von Pflegekräften in Krankenhäusern für das so genannte Pflegethermometer 2009. […]“

Nach DIP-Angaben wurden zwischen 1995 und 2008 rund 50.000 Pflegestellen (≈14,2%) gestrichen. Im gleichen Zeitraum wurden die Stellen für ÄrztInnen um 26% vermehrt!

> Bericht ZDF Frontal21 mit Video

> Pflegethermometer 2009 (.pdf)

> Pflegethermometer 2009, Kurzfassung (.pdf)

„Artenschutz für Pflegekräfte“

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Mai 142010
 

… lautete der provokante Titel im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem Hauptstadtkongress Gesundheit in Berlin. Mit drastischen Beschreibungen erläutert der Präsident des Deutschen Pflegerates Andreas Westerfellhaus die Perspektive einer Versorgung der Gesellschaft mit professionellen Pflegeleistungen ab 2020. Der sich tagtäglich dramatisch verschärfende Personalmangel im Gesundheitswesen wird bislang ausschließlich als Mangel an Ärzten wahrgenommen.

Unbemerkt von der Öffentlichkeit und ignoriert von Trägern und Politik besteht schon heute eine riesige Lücke zwischen Angebot und Nachfrage an Pflegefachkräften’ sagt Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR. Damit werden unsere Versorgungsstrukuren nachhaltig gefährdet und beschädigt. Die Politik befasst sich trotz aller Warnungen durch Fachleute allein mit Fragen der Sicherstellung der ärztlichen Versorgung. […]

Während die Zahl von Ärzten ständig ansteigt, sinkt in Krankenhäusern die Zahl der Pflegefachkräfte weiter und entwickelt sich in der ambulanten Pflege und stationären Altenhilfe ihre Zahl nicht analog zum steigenden Versorgungsbedarf. Verschlimmert wird dies durch einen Abbau an Ausbildungskapazitäten in den letzten Jahren. […]

Quelle: www.deutscher-pflegerat.de

Politik verschläft Pflegepersonalmangel

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Apr 092010
 

Mit großer Sorge beobachtet der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR), dass im Bundesministerium für Gesundheit der existierende und sich perspektivisch verschärfende Personalmangel im Gesundheitswesen ausschließlich als Mangel an Ärzten wahrgenommen wird. Unbemerkt von der Öffentlichkeit und ignoriert von Trägern und Politik entsteht gerade eine riesige Lücke zwischen Angebot und Nachfrage an Pflegefachkräften,‘ sagt Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR. […]

Nach Auffassung des DPR hat die Politik seit mindestens 10 Jahren wegen der ausschließlichen Betrachtung von Personal als Kostenfaktor und dem Pflegesektor als Verschiebebahnhof der Arbeitsmarktpolitik eine große Mitverantwortung bei der Misere der Pflegeberufe. Pflegende werden ausgebeutet, denn noch nie gab es so wenige Pflegefachkräfte pro Patient bzw. Bewohner unter Berücksichtigung des Unterstützungsbedarfes. Im Krankenhaus ist der Pflegepersonalschlüssel inzwischen niedriger als 1969! Worte des Bedauerns für die Lage der Pflegenden und der Wertschätzung ihrer Arbeit sind wohlfeil, wenn sie nicht durch Taten untermauert werden. […]

Quelle: www.deutscher-pflegerat.de

Feb 182010
 

„In einer ausführlichen Stellungnahme greift der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) den zunehmenden Mangel an Pflegefachpersonal und seine Auswirkungen auf. Für Arbeitgeber in Deutschland wird es immer schwieriger, freie Stellen in den Krankenhäusern, ambulanten Pflegediensten und der stationären Altenhilfe mit qualifizierten Pflegefachkräften zu besetzen. Steigender Bedarf an Pflege und eine verfehlte Gesundheits- und Personalpolitik in den letzten Jahren treffen hier aufeinander. Obwohl Experten seit Jahren vor dieser Situation gewarnt haben, fehlt es bisher noch immer an politischer Einsicht und Entscheidungskraft, und bei den Trägern an unternehmerischer Weitsicht, die nötigen Schritte zu tun. In der Zwischenzeit sind immer weniger Pflegekräfte bereit, schlechte Arbeitsbedingungen und fehlende berufliche Perspektiven zu akzeptieren, sie steigen aus, häufig ausgebrannt und mit gesundheitlichen Schäden. Für junge Menschen, deren Zahl durch den Geburtenrückgang ohnehin abnimmt, ist die Pflege unter diesen Bedingungen keine attraktive Option im Vergleich zu anderen Branchen.“ Quelle: www.dbfk.de

> DBfK-Positionspapier