Jul 102013
 

Patientenversorgung in Gefahr!
Neues Entgeltsystem ohne Personalbemessung – Verbände fordern eine Gewährleistung von Strukturqualität in der Psychiatrie nach Wegfall der Psych-PV

Die seit dem 09.11.1990 gültige Psychiatrie-Personalverordnung wird ab dem 01.01.2017 ungültig. Damit wird auch die normative Funktion der Psych-PV zur Personalbemessung für das nach BPflV abzuschließende Budget abgelöst durch das neue PEPP (Pauschaliertes Entgeltssystem Psychiatrie und Psychosomatik) ersetzt. Die Psych-PV gab über die neunziger Jahren hinaus der Weiterentwicklung der Behandlungsangebote unverzichtbare Impulse.

Ab 2017 soll das im stationären Sektor vorhandene Geld „leistungsgerechter und transparenter“ verteilt werden, aber ohne jegliche Norm für die notwendigen Leistungen und das notwendige Geld. Und im aktuellen PEPP-Katalog ist nicht erkennbar, dass der individuelle Versorgungsbedarf angemessen abgebildet wird. Durch die fehlende Steuerungsfunktion der Psych-PV läge die interne Budget- bzw. Stellenverteilung dann ausschließlich bei der Geschäftsführung bzw. der Betriebsleitung. Wenn Pflege hier nicht eigebunden ist, ist zu befürchten, dass ein interner Verteilungskampf zu Lasten der Pflege geführt wird.

Damit zieht sich die Bundesregierung aus dem Sicherungsauftrag für die Gesundheitsbelange der Menschen mit psychischen Erkrankungen Schritt für Schritt zurück und überlässt die Strukturqualität ausschließlich dem Anbieter von psychiatrischen Krankenhausleistungen und damit dem Markt. Dies diskriminiert Menschen mit psychischen Erkrankungen in besonderer Weise. Die im § 27 SGB V „Bei der Krankenbehandlung ist den besonderen Bedürfnissen psychisch Kranker Rechnung zu tragen, […]“ festgehaltene, besondere Bedürfnislage wird damit ad absurdum geführt.

Psychiatrische Pflege beim DGPPN-Kongress 2012

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Nov 242012
 

Die Psychiatrische Pflege in Deutschland ist erstmals geschlossen auf einem DGPPN-Kongress aufgetreten. In diesem Jahr haben die Verbände BAPP, DFPP, DNAPN, Referat ‚Psychiatrische Pflege‘ der DGPPN und BFLK einen gemeinsamen Stand und Info-Treffpunkt organisiert.

Stand am DGPPN-Kongress 2012

Der Stand wurde von allen Seiten als großer Erfolg gewertet und hat einen starken Eindruck hinterlassen. Viele Pflegende und andere haben über Fragen der psychiatrischen Pflege diskutiert. Mit dieser gemeinsamen Aktion haben wir in beeindruckender Weise gezeigt, dass die Pflege Berufspolitik und Fachlichkeit auf hohem Niveau darstellen und diskutieren kann.

Für das kommende Jahr haben auch die KollegInnen aus der Schweiz (VAPP) signalisiert sich beteiligen zu wollen.

Vielen Dank an alle, die sich für diese Sache engagiert haben.

Offener Brief DFPP – BFLK – BAPP

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Sep 282012
 

Offener Brief an NRW-Ministerin Steffens wegen der Ausführungsbestimmungen zum Verbot von Videokameras in psychiatrischen Kliniken.

Die DFPP hatte sich bereits am 27.07.2011 in einem “Positionspapier zum Einsatz von kameragestützter Beobachtung in psychiatrischen Kliniken” gegen die Videoüberwachung ausgesprochen und begrüßt deren Abschaffung ausdrücklich. Betonen möchten wir allerdings an dieser Stelle, dass in den allermeisten Häusern ohnehin keine Videoüberwachung eingesetzt wurde.

Die Fixierung eines Patienten in der Psychiatrie darf immer nur die letzte Möglichkeit sein, wenn alle anderen Interventionen versagen. Diese Situation stellt eine psychiatrische Intensivbehandlung dar und erfordert dafür hochqualifiziertes Personal. Die in Ihrem Schreiben geforderte persönliche Nähe zum Patienten, um “mit der Fixierung verbundene gesundheitliche Risiken hinreichend sicher auszuschließen” ist zweifelsfrei notwendig, stellt jedoch nur einen Teilaspekt der in einer derartigen Ausnahmesituation dringend gebotenen Betreuung und Begleitung dar. Patientinnen oder Patienten in dieser Situation benötigen jemand an ihrer Seite, die oder der mit ihnen redet, versucht sie zu verstehen, ihnen Hoffnung und Zuversicht vermittelt, ihre Erkrankung und die damit verbundenen Symptome kennt, kleinste Veränderungen sofort wahrnimmt und adäquat darauf reagiert und somit eine therapeutische Beziehung aufbaut. Diese Aufgaben sind originäre Tätigkeiten psychiatrisch Pflegender und gehören zum professionellem Selbstverständnis des Berufs. […]

Mai 132011
 

Eine Lanze für die Pflege im Allgemeinen und speziell für die Pflegekräfte in der Psychiatrie brach NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens bei ihrem Besuch im Rochus-Hospital. „Ich weiß um die massive Last auf Ihren Schultern. Ich stehe an Ihrer Seite“, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag anlässlich der Pflegepreisverleihung durch den Landesverband der Fachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie (BFLK).

Der mit 500 Euro dotierte erste Preis ging an Anke Tossenberger vom Antonius-Krankenhaus in Bottrop-Kirchhellen. Sie hat ein Konzept für ein gruppentherapeutisches Training entwickelt, das es erlaubt, Krisen durch die Stärkung der Persönlichkeit zu meistern.

Platz 2 – und das ist aus Telgter Sicht erfreulich – geht an Birgit Westrup von der Station Hildegard des Rochus-Hospitals. Sie hat eine Psychoedukationsgruppe gegründet, die den Umgang mit Verlusten zu verarbeiten hilft. Ebenfalls ein zweiter Preis ging an Michael Löhr und Bruno Hemkendreis von der LWL-Klinik Gütersloh für ihre Arbeit zum Thema „klinikweite Implementierung einer Suizid-Prophylaxe“.

Quelle: www.westfaelische-nachrichten.de